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1. Oktober 2026

Steuerreform ProGRESS: was ein Freibetrag von 350.000 Peso für Ausländer auf den Philippinen ändert

ProGRESS-Reform: was sich für Ausländer ändert

Die Philippinen bereiten die nächste Steuerreform vor, und die Schlagzeile klingt freundlich. Das Finanzministerium will den jährlichen Freibetrag in der Einkommensteuer von 250.000 auf 350.000 Peso anheben.

Für einen philippinischen Angestellten mit mittlerem Einkommen ist das ein klarer Gewinn. Für dich als Ausländer in Davao hängt die Antwort an einer Frage, die vor jedem Freibetrag kommt: Was für ein Steuerpflichtiger bist du nach philippinischem Recht, und hast du überhaupt philippinische Einkünfte? Viele Ausländer werden merken, dass sich für sie nichts ändert. Manche sparen echtes Geld. Und einige spüren die Reform vor allem über das, was sie kostet, nicht über das, was sie bringt.

Was das Finanzministerium vorschlägt

Das Paket heißt Promoting Growth, Revenue, and Equity towards Socio-Economic Sustainability Bill, kurz ProGRESS. Am 3. September 2026 hat das Department of Finance (DOF) in Manila die landesweiten Konsultationen dazu eröffnet, mit rund 300 Vertretern aus Wirtschaft, Verwaltung, Hochschulen, Zivilgesellschaft und Medien.

Laut der Mitteilung des DOF enthält der Vorschlag:

  • •Einen höheren Freibetrag in der Einkommensteuer, von 250.000 auf 350.000 Peso im Jahr. Das Ministerium spricht von einer Ersparnis von bis zu 17.500 Peso je Tarifstufe.
  • •Eine Befreiung von Kleinst- und Kleinunternehmen von der Mindestkörperschaftsteuer.
  • •Eine höhere Verbrauchsteuer auf Fahrzeuge über 8 Millionen Peso, dazu eine höhere Steuer auf andere nicht notwendige Güter, künftig auch auf private Boote und Flugzeuge.
  • •Eine globale Mindeststeuer von 15 % für große multinationale Konzerne.
  • •Eine Anpassung des Motor Vehicle Road Users' Charge, dessen Sätze laut DOF seit mehr als zwei Jahrzehnten unverändert sind.
  • •Abgaben auf Produkte mit gesundheitlichen, sozialen und ökologischen Folgekosten, deren Einnahmen in die allgemeine Krankenversicherung (Universal Health Care Act) und andere Programme fließen sollen.

Wo das Gesetz steht

Es ist ein Vorschlag, kein Gesetz. Das DOF will die Ergebnisse der Konsultationen sammeln und damit den Entwurf überarbeiten. Die Mitteilung nennt als zweite Station Batangas City am 11. September, weitere Orte im Land sollen folgen. Karlo Fermin Adriano, im DOF Staatssekretär für Fiskalpolitik, sagte zum Auftakt, das Ministerium werde den Dialog mit den Beteiligten fortsetzen und ihre Bedenken sorgfältig abwägen, während es ProGRESS überarbeitet. Bis Ende September hat das DOF keine weitere Mitteilung zu dem Vorhaben veröffentlicht.

An deiner Steuer ändert sich nichts, bevor der Kongress ein Gesetz beschließt, der Präsident es unterschreibt und das BIR die Durchführungsbestimmungen erlässt, nach denen Steuerpflichtige und Arbeitgeber es anwenden. Auf jeder dieser Stufen können sich Einzelheiten verschieben. Die Mitteilung des DOF veröffentlicht keinen vollständigen neuen Tarif, nur den neuen Freibetrag und die Ersparnis als Schlagzeile. Jede genaue Rechnung wäre heute geraten. Wir rechnen deshalb nicht.

Was du heute schon klären kannst: ob dich der Freibetrag überhaupt betrifft.

Die erste Frage: Welcher Steuerpflichtige bist du?

Das philippinische Steuergesetz teilt Einzelpersonen in Gruppen ein, und die Gruppe entscheidet, was wie besteuert wird. Unsere Seite zu den Steuern auf den Philippinen geht das im Detail durch. Kurz gefasst, nach dem Text des National Internal Revenue Code:

Resident Alien ist nach Section 22(F) eine Person, deren Wohnsitz auf den Philippinen liegt und die nicht philippinische Staatsbürgerin ist. Wer mit einem Aufenthaltsvisum hierhergezogen ist und tatsächlich hier lebt, gehört in aller Regel in diese Gruppe.

Jeder Ausländer, ob ansässig oder nicht, zahlt nur auf philippinische Einkünfte Steuern. Section 23(D) sagt das in einem Satz: Eine ausländische Einzelperson, ob auf den Philippinen ansässig oder nicht, ist nur mit Einkünften aus philippinischen Quellen steuerpflichtig. Deine Rente aus dem Ausland, deine ausländischen Dividenden und die Miete aus deiner Wohnung in der alten Heimat fallen nicht unter die philippinische Einkommensteuer, auch dann nicht, wenn du das Geld ins Land holst.

Ein Non-Resident Alien mit Geschäftstätigkeit wird auf philippinische Einkünfte genauso besteuert wie Staatsbürger und Resident Aliens (Section 25(A)(1)). Dieselbe Vorschrift legt fest: Wer sich in einem Kalenderjahr insgesamt mehr als 180 Tage auf den Philippinen aufhält, gilt als geschäftstätig.

Ein Non-Resident Alien ohne Geschäftstätigkeit, in den BIR-Formularen NRA-NETB, zahlt pauschal 25 % auf die Bruttoeinnahmen aus philippinischen Quellen (Section 25(B)). Diese Regel kennt keinen Freibetrag und keine Abzüge.

Der Freibetrag von 250.000 Peso, und der geplante von 350.000 Peso, steckt im Stufentarif von Section 24. Dieser Tarif gilt für Staatsbürger, Resident Aliens und geschäftstätige Non-Residents. Er gilt nicht für die pauschalen 25 % der NRA-NETB, und er gilt nicht für Einkünfte, die an der Quelle abgeltend besteuert werden, etwa Zinsen auf einem philippinischen Bankkonto.

Wer einen höheren Freibetrag spüren würde

So sieht der heutige Tarif aus, gültig seit dem 1. Januar 2023, wie ihn die Zusammenfassung des BIR zu Revenue Regulations No. 8-2018 wiedergibt:

  • •Bis 250.000 Peso: keine Steuer.
  • •Über 250.000 bis 400.000 Peso: 15 % auf den Betrag über 250.000 Peso.
  • •Über 400.000 bis 800.000 Peso: 22.500 Peso plus 20 % auf den Betrag über 400.000 Peso.
  • •Über 800.000 bis 2.000.000 Peso: 102.500 Peso plus 25 % auf den Betrag über 800.000 Peso.
  • •Über 2.000.000 bis 8.000.000 Peso: 402.500 Peso plus 30 % auf den Betrag über 2.000.000 Peso.
  • •Über 8.000.000 Peso: 2.202.500 Peso plus 35 % auf den Betrag über 8.000.000 Peso.

Nach diesem Tarif werden die 100.000 Peso zwischen 250.000 und 350.000 Peso heute mit 15 % besteuert, das sind 15.000 Peso. Das DOF selbst nennt eine Ersparnis von bis zu 17.500 Peso je Stufe. Das deutet darauf hin, dass der Vorschlag mehr verändert als nur die unterste Zeile. Solange der geplante Tarif nicht veröffentlicht ist, sind die 15.000 Peso das, was der Freibetrag allein nach heutigem Tarif wert ist, und die 17.500 Peso die Angabe des Ministeriums.

Merken würden die Änderung Ausländer mit philippinischen Einkünften, die nach dem Stufentarif besteuert werden. In der Praxis sind das vier Gruppen.

Wer ein Condo vermietet. Miete aus einer Wohnung in Davao ist philippinisches Einkommen. Angenommen, dein steuerpflichtiges Einkommen daraus liegt nach Abzügen bei 300.000 Peso im Jahr. Nach heutigem Tarif liegen davon 50.000 Peso in der 15-Prozent-Stufe, die Steuer beträgt also 7.500 Peso. Mit einem Freibetrag von 350.000 Peso fiele sie weg, sofern der übrige Tarif so bleibt.

Wer auf den Philippinen angestellt ist. Gehalt für Arbeit, die hier geleistet wird, ist philippinisches Einkommen, und der Arbeitgeber behält die Steuer nach dem Stufentarif ein. Wer auf einer lokalen Gehaltsliste steht, sähe die Änderung auf der Gehaltsabrechnung, sobald das BIR die Lohnsteuertabellen anpasst.

Selbstständige und kleine Gewerbetreibende. Einkünfte aus Gewerbe oder freiem Beruf werden nach dem Stufentarif besteuert. Wer unter der Umsatzsteuergrenze bleibt, kann stattdessen 8 % auf die Bruttoeinnahmen über 250.000 Peso wählen. Ob die 250.000 Peso in dieser 8-Prozent-Option mitwandern würden, sagt die Mitteilung des DOF nicht. Das ist eine der Einzelheiten, auf die es ankommt.

Deine philippinische Partnerin oder dein Partner. Philippinische Staatsbürger mit Wohnsitz hier versteuern nach Section 23(A) ihr Welteinkommen. Eheleute berechnen ihre Einkommensteuer getrennt. Hat deine Frau oder dein Mann einen Job oder ein Geschäft hier, profitiert sie oder er in der eigenen Steuererklärung, egal wie du selbst besteuert wirst.

Wer den gesetzlichen Mindestlohn verdient, zahlt darauf schon heute keine Einkommensteuer. Für deine Haushaltshilfe ändert sich also nichts. Wie hoch ihr Lohn in Davao sein muss, steht in unserem Beitrag zum Mindestlohn in Davao.

Wer nichts davon hat

Rentner, die von einer Rente aus dem Ausland leben. Ist deine einzige Einnahme eine Rente aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz, hält Section 23(D) sie schon heute aus der philippinischen Einkommensteuer heraus. Ein höherer Freibetrag ändert nichts, weil in der philippinischen Steuererklärung nichts steht, worauf er wirken könnte. Ob und wie dein Heimatland die Rente besteuert, ist eine andere Frage, die das jeweilige Recht und das Doppelbesteuerungsabkommen mit den Philippinen beantworten. Für Deutschland findest du das in unserem Überblick zum DBA Deutschland-Philippinen. Für Österreich und die Schweiz gelten eigene Abkommen mit eigenem Aufbau, die sich nicht aus dem deutschen Fall ableiten lassen.

Non-Residents ohne Geschäftstätigkeit. Wer nur einen Teil des Jahres hier verbringt, unter 180 Tagen bleibt und philippinische Einkünfte hat, zahlt pauschal 25 % auf die Bruttoeinnahmen. Der Stufentarif erreicht dich dann nicht.

Einkünfte, die an der Quelle besteuert werden. Bankzinsen und andere passive Einkünfte mit Abgeltungssteuer landen nie im Stufentarif. Der Freibetrag berührt sie nicht.

Deshalb kann dieselbe Schlagzeile für einen Ausländer 15.000 Peso wert sein und für den Nachbarn in der Wohnung nebenan gar nichts. Wie das philippinische System für Ausländer insgesamt funktioniert, steht in unserem Beitrag Steuern auf den Philippinen: was ein Ausländer hier tatsächlich zahlt.

Kleine Firmen und die Mindestkörperschaftsteuer

Wer als Ausländer eine kleine philippinische Gesellschaft führt, kennt die Minimum Corporate Income Tax, kurz MCIT. Nach Section 27(E) des Steuergesetzes ist sie eine Steuer auf den Bruttoertrag, die ab dem vierten Steuerjahr nach Geschäftsbeginn fällig wird, wann immer sie höher ist als die reguläre Körperschaftsteuer. Der Satz liegt seit dem 1. Juli 2023 bei 2 % des Bruttoertrags, nachdem der befristete Satz von 1 % aus dem CREATE-Gesetz ausgelaufen ist. Das BIR hat das im Revenue Memorandum Circular No. 69-2023 bestätigt.

Die MCIT trifft eine Firma mit dünner Marge oder einem schlechten Jahr am härtesten, weil sie am Bruttoertrag ansetzt, nicht am Gewinn. Der ProGRESS-Vorschlag würde Kleinst- und Kleinunternehmen davon befreien. Wie diese Begriffe definiert werden, sagt die Mitteilung des DOF nicht, und genau diese Definition entscheidet, wer darunter fällt. Wenn du eine kleine Firma hast oder planst, und welche Formen es gibt, steht auf unserer Seite zur Firmengründung auf den Philippinen, dann ist das der Teil der Reform, den du am genauesten verfolgen solltest.

Was die Entlastung kostet

Bezahlt wird die Entlastung mit anderen Steuern, und einige davon treffen dich unabhängig von deinem Steuerstatus.

Autos. Die Anpassung des Motor Vehicle Road Users' Charge beträfe jeden Fahrzeughalter, ob Ausländer oder Filipino. Neue Sätze nennt das DOF in seiner Mitteilung nicht. Wer hier fährt, für den bleiben die Regeln im Straßenverkehr von Davao dieselben, die jährlichen Kosten vielleicht nicht.

Luxuskäufe. Die höhere Steuer auf Fahrzeuge über 8 Millionen Peso und die Ausweitung auf private Boote und Flugzeuge betreffen wenige Leser. Diese wenigen sollten größere Käufe mit Blick auf den Fortgang des Gesetzes planen.

Alltagsware. Das DOF kündigt Abgaben auf Produkte mit gesundheitlichen, sozialen und ökologischen Folgekosten an, nennt in seiner Mitteilung aber weder die Produkte noch die Sätze. Was immer es am Ende wird, du würdest es an der Kasse merken, nicht in der Steuererklärung.

Was du jetzt tun kannst

Kläre deine Gruppe. Resident Alien, Non-Resident mit Geschäftstätigkeit oder Non-Resident ohne. Alles andere folgt daraus, und die 180-Tage-Zählung ist die häufigste Falle für alle, die ihr Jahr aufteilen.

Liste deine philippinischen Einkünfte auf. Miete aus einer Wohnung hier, ein lokales Gehalt, Geschäftseinkünfte, Zinsen auf einem Konto hier. Bleibt die Liste leer, betrifft dich der Freibetrag nicht.

Ändere noch nichts. Lohnsteuer, Vorauszahlungen und Jahreserklärung richten sich nach dem geltenden Recht. Bis ein neues Gesetz samt Durchführungsbestimmungen vorliegt, gilt der Freibetrag von 250.000 Peso.

Achte auf drei Einzelheiten. Den vollständigen geplanten Tarif, die Frage, ob die 8-Prozent-Option mitwandert, und die Definition von Kleinst- und Kleinunternehmen. Diese drei Punkte entscheiden, was die Reform für Ausländer mit lokalen Einkünften wert ist.

Behalte das Inkrafttreten im Blick. Die Mitteilung des DOF nennt kein Datum für den neuen Freibetrag. Das steht erst im Gesetz selbst.

Worauf es als Nächstes ankommt

Als Nächstes folgen die übrigen Stationen der Konsultationen, die Beratung im Kongress und, wenn das Gesetz kommt, die Durchführungsbestimmungen des BIR. Jede dieser Stufen sagt mehr als die Zahl in der Schlagzeile.

Für die meisten Rentner in Davao ist die ProGRESS-Reform eine Geschichte über die Gehaltsabrechnungen anderer Leute und allenfalls etwas teurere Einkäufe. Für Ausländer mit Mieteinnahmen, einem lokalen Gehalt oder einer kleinen Firma lohnt es sich, genau hinzuschauen, denn der Vorteil ist echt, und das Kleingedruckte wird gerade erst geschrieben.

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