3. September 2026
Mindestlohn in Davao ab 1. September 2026: wen die 540 Peso am Tag in deinem Haushalt betreffen
Die Schlagzeilenzahl hat sich am Dienstag geändert. Für die meisten ausländischen Haushalte hat sich die Zahl, auf die es ankommt, nicht geändert. Und ausgerechnet der Fahrer steht in keiner der beiden Lohnverordnungen.

Am Dienstag, dem 1. September 2026, ist der Tagesmindestlohn in der gesamten Region Davao auf 540 Peso für Arbeit außerhalb der Landwirtschaft gestiegen. Es war die zweite Hälfte einer zweistufigen Erhöhung, die im Februar beschlossen wurde, und es ist die Zahl, die du in diesen Tagen überall liest.
Führst du in Davao einen Haushalt, liegt die Frage nahe, was das für die Menschen bedeutet, die bei dir arbeiten. Die ehrliche Antwort: weniger, als die Schlagzeile vermuten lässt, und in einem Fall etwas, das die Lohnverordnungen gar nicht beantworten. Die Frau, die bei dir putzt, kocht und auf die Kinder aufpasst, hat einen völlig eigenen Monatssatz, und der hat sich am 1. September nicht bewegt. Der Mann, der dein Auto fährt, ist von diesem Monatssatz ausdrücklich ausgenommen, und die 540-Peso-Verordnung erwähnt ihn nicht.
Wer also wovon erfasst ist, der Reihe nach. Alle Euro- und Frankenbeträge gelten zum Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vom 2. September 2026: 1 Euro = 72,415 Peso, 1 Euro = 0,9424 Franken.
Was sich am 1. September geändert hat
Die Erhöhung stammt aus der Lohnverordnung Nr. RB XI-24. Erlassen hat sie das regionale Lohngremium der Region XI (Regional Tripartite Wages and Productivity Board, RTWPB-XI) am 19. Februar 2026, bestätigt hat sie die nationale Lohnkommission NWPC am 23. Februar. Veröffentlicht wurde sie am 25. Februar, in Kraft trat sie fünfzehn Tage später, am 13. März 2026.
Sie hebt den Tagesmindestlohn in zwei Stufen an:
- •Außerhalb der Landwirtschaft: 510 Peso vorher, 525 Peso ab 13. März, 540 Peso ab 1. September 2026
- •Landwirtschaft: 505 Peso vorher, 515 Peso ab 13. März, 525 Peso ab 1. September 2026
540 Peso sind rund 7,46 Euro oder 7,03 Franken am Tag. Die Sätze gelten für eine normale Arbeitszeit von höchstens acht Stunden am Tag. Die Mitteilung der NWPC rechnet die Endstufe in Monatswerte um: 14.085 Peso außerhalb der Landwirtschaft (rund 194,50 Euro oder 183,30 Franken) und 13.693,75 Peso in der Landwirtschaft (rund 189,10 Euro oder 178,20 Franken). Die Verordnung gilt für Davao City und die übrigen Städte und Provinzen der Region.
Der Geltungsbereich ist weit gefasst. Abschnitt 3 erstreckt die Erhöhung auf alle Mindestlohnempfänger in der Privatwirtschaft der Region, unabhängig von Stellung, Bezeichnung oder Status. Für Betriebe gab es zwei Auswege. Einzelhandels- und Dienstleistungsbetriebe mit regelmäßig höchstens zehn Beschäftigten sowie Unternehmen, die von Natur- oder menschengemachten Katastrophen betroffen sind, konnten bis zum 11. Mai 2026 eine Befreiung beantragen. Diese Frist ist abgelaufen. Kleinstbetriebe mit gültiger Anerkennung als Barangay Micro Business Enterprise durch das Handelsministerium fallen ganz aus dem Mindestlohnrecht.
Deine Haushaltshilfe hat einen ganz anderen Satz
Am selben Tag hat dasselbe Gremium eine zweite Verordnung erlassen, über die kaum jemand spricht: die Lohnverordnung Nr. RB XI-DW-04 für Hausangestellte. Sie stützt sich auf ein anderes Gesetz, den Domestic Workers Act, Republic Act No. 10361, auch bekannt als Batas Kasambahay. Das Gesetz verwendet „Kasambahay“ als Begriff für die Hausangestellte.
Dieser Satz gilt pro Monat, nicht pro Tag, und er kennt keine Stufen. Seit dem 13. März 2026 beträgt der Mindestlohn einer Kasambahay überall in der Region Davao 6.500 Peso im Monat, rund 89,80 Euro oder 84,60 Franken. Vorher waren es 6.000 Peso in kreisfreien Städten (chartered cities) und Gemeinden der ersten Klasse, Davao City eingeschlossen, und 5.000 Peso in den übrigen Gemeinden. Die neue Verordnung hat beides zu einem Satz zusammengeführt.
Drei Details aus der Verordnung solltest du kennen:
- •Sie gilt gleichermaßen für Hilfen, die bei dir wohnen, und für solche, die außerhalb wohnen.
- •Befreiungen gibt es keine. Anders als bei den Betrieben gibt es keinen Ausweg für kleine Arbeitgeber.
- •Der Lohn ist mindestens einmal im Monat bar auszuzahlen, ohne andere Abzüge als die gesetzlich vorgeschriebenen.
Für die meisten ausländischen Haushalte hat sich am 1. September also schlicht nichts geändert. Verdient deine Hilfe mindestens 6.500 Peso im Monat, hast du ihre Lohnuntergrenze am 31. August eingehalten und hältst sie heute ein. Die letzte Änderung ihres Mindestlohns war im März.
Falls du unseren früheren Beitrag über die Haushaltshilfe gelesen hast, achte auf das Datum: Die 6.500 Peso sind erst seit dem 13. März 2026 die gesetzliche Untergrenze. Davor lag sie in Davao City bei 6.000 Peso.
Wer als Kasambahay gilt
Die Verordnung für Hausangestellte zählt auf, wen sie erfasst, und diese Liste ist der praktischste Teil der ganzen Geschichte. Sie gilt für alle Hausangestellten, darunter ausdrücklich:
- •die allgemeine Haushaltshilfe
- •die Yaya, das Kindermädchen
- •die Köchin oder den Koch
- •den Gärtner
- •die Wäscherin
- •jede Person, die regelmäßig und berufsmäßig Hausarbeit in einem Haushalt verrichtet
Danach nennt sie drei Gruppen, die sie nicht erfasst:
- •Dienstleister (service providers)
- •Familienfahrer (family drivers)
- •alle anderen, die nur gelegentlich oder sporadisch und nicht berufsmäßig arbeiten
Legst du diese beiden Listen neben deinen eigenen Haushalt, klären sich die meisten Fälle von selbst. Die Hilfe, die bei dir wohnt, die Yaya, die Köchin, die jeden Werktag kommt, und der Gärtner, der dreimal in der Woche den Garten macht, sind Kasambahay, und die 6.500 Peso im Monat sind ihre Untergrenze.
Die Grauzone ist die Putzhilfe auf Teilzeit. Die entscheidenden Wörter sind „regelmäßig“ und „berufsmäßig“. Wer seit Jahren jeden Dienstag und Freitag kommt, sieht deutlich mehr nach der letzten Zeile der ersten Liste aus als nach der letzten Zeile der zweiten. Wen du zweimal im Jahr vor einer Feier anrufst, der arbeitet eindeutig gelegentlich. Liegt dein Arrangement dazwischen, nimm das Wort „regelmäßig“ als Prüfstein und bezahle und dokumentiere entsprechend.
Der Familienfahrer, den niemand nennt
Das ist der Teil des Haushalts, den die Lohnverordnungen am wenigsten klar regeln.
Die Verordnung für Hausangestellte nimmt Familienfahrer ausdrücklich aus. Dein Fahrer ist lohnrechtlich keine Kasambahay, und die 6.500 Peso im Monat sind nicht seine Untergrenze.
Das stellt ihn aber auch nicht automatisch unter die 540 Peso am Tag. Das Gesetz, das die regionalen Lohngremien geschaffen hat, der Wage Rationalization Act, Republic Act No. 6727, hat in Abschnitt 4(c) Haushaltshilfen und Personen im persönlichen Dienst eines anderen, „including family drivers“, von seinen Bestimmungen ausgenommen, und die Durchführungsbestimmungen wiederholen diese Ausnahme. Die Lohnverordnung RB XI-24 wiederum erwähnt Fahrer überhaupt nicht. Sie spricht nur von allen Mindestlohnempfängern in der Privatwirtschaft.
Wo genau ein Familienfahrer 2026 damit steht, beantwortet der Text keiner der beiden Verordnungen, und wir tun nicht so, als wäre es anders. Klar ist die praktische Lage:
- •Nimm 540 Peso für einen Achtstundentag als vorsichtige Untergrenze. Das ist der Mindestlohn der Region außerhalb der Landwirtschaft, und wer darunter zahlt, verlässt sich auf eine Ausnahme, die keine der beiden Verordnungen ausbuchstabiert.
- •Schreib es auf. Eine schriftliche Vereinbarung über Lohn, Arbeitszeit und Ruhetage schützt euch beide, egal welches Etikett am Ende gilt.
- •Frag die Behörde, wenn es für dich wichtig ist. Das Lohngremium der Region XI nimmt Anfragen zu den neuen Verordnungen unter rb11@nwpc.dole.gov.ph entgegen, so steht es in der Mitteilung der NWPC.
Was Führerschein und Verkehrsregeln hier verlangen, steht im Beitrag über Autofahren in Davao.
Wann die 540 Peso doch in deinen Haushalt reichen
Es gibt drei Situationen, in denen die Schlagzeilenzahl zu deiner Zahl wird.
Erstens, wenn deine Hilfe auch in einem Betrieb arbeitet. Abschnitt 22 des Batas Kasambahay verbietet, eine Hausangestellte in einem Handels-, Industrie- oder Landwirtschaftsbetrieb zu einem Lohn unterhalb des landwirtschaftlichen oder nichtlandwirtschaftlichen Mindestlohns einzusetzen. Geschieht das, steht ihr der jeweilige Mindestlohn zu. Eine Hilfe, die nachmittags auch den kleinen Laden der Familie betreut oder auf dem Hof der Familie mitarbeitet, liegt für diese Arbeit also nicht mehr bei 6.500 Peso im Monat, sondern bei 540 Peso am Tag, in der Landwirtschaft bei 525 Peso.
Zweitens, wenn du Leute über einen Betrieb beschäftigst. Eine eingetragene Firma, eine kleine Vermietung oder ein Hof mit Angestellten ist ein privater Arbeitgeber wie jeder andere. Seine Mindestlohnkräfte sind am 1. September auf 540 oder 525 Peso gestiegen, und die Befreiungsfrist für Kleinbetriebe ist im Mai abgelaufen.
Drittens, indirekt. Wachleute, Haustechniker und Reinigungskräfte in einer Wohnanlage sind beim Gebäude, bei der Eigentümergemeinschaft oder bei einem Dienstleister angestellt, und auch ihr Mindestlohn ist am 1. September gestiegen. Das ist nicht deine Lohnliste, aber es sind Kosten, die dein Gebäude tragen muss, und es ist legitim zu fragen, wie sie sich in den Hausgeldern niederschlagen.
Was das Kasambahay-Gesetz sonst noch verlangt
Der Lohn ist nur die erste Zeile. Der Batas Kasambahay verlangt unter anderem:
- •Einen schriftlichen Arbeitsvertrag vor Arbeitsbeginn, in einer Sprache, die ihr beide versteht, mit Aufgaben, Lohn, Arbeitszeit, Ruhetagen, Urlaub sowie Kost und Logis, wenn sie bei dir wohnt (Abschnitt 11).
- •Insgesamt acht Stunden Ruhe am Tag (Abschnitt 20) und mindestens 24 zusammenhängende Stunden Ruhe pro Woche, an einem schriftlich vereinbarten Tag (Abschnitt 21).
- •Ein dreizehntes Monatsgehalt (Abschnitt 25).
- •Fünf bezahlte Urlaubstage im Jahr, sobald sie mindestens ein Jahr bei dir arbeitet (Abschnitt 29).
- •Anmeldung bei SSS, PhilHealth und Pag-IBIG, also Sozialversicherung, Krankenversicherung und Wohnbaukasse, nach einem Monat Beschäftigung. Die Beiträge trägt der Arbeitgeber, aber verdient die Hilfe 5.000 Peso oder mehr im Monat, zahlt sie ihren anteiligen Beitrag selbst (Abschnitt 30). Bei der Untergrenze von 6.500 Peso ist diese Schwelle immer überschritten.
- •Die Eintragung der Hilfe im Register für Hausangestellte des Barangays, in dem du wohnst (Abschnitt 17). Wie dieses Amt funktioniert, steht im Beitrag über das Barangay-Zertifikat.
Was das Gesetz für rechtswidrig erklärt, wird nach Abschnitt 40 mit einer Geldbuße von 10.000 bis 40.000 Peso geahndet, rund 138 bis 552 Euro oder 130 bis 521 Franken, zusätzlich zu möglichen zivil- oder strafrechtlichen Schritten.
Was das kostet, in runden Zahlen
Für dein Budget sehen die Untergrenzen so aus:
- •Kasambahay zum Mindestlohn: 6.500 Peso im Monat, mit dem dreizehnten Monatsgehalt 84.500 Peso im Jahr, rund 1.167 Euro oder 1.100 Franken, dazu dein Anteil an den Sozialbeiträgen.
- •Kraft außerhalb der Landwirtschaft zum Mindestlohn: 540 Peso am Tag, nach der Umrechnung der NWPC 14.085 Peso im Monat, rund 194,50 Euro oder 183,30 Franken.
- •Kraft in der Landwirtschaft zum Mindestlohn: 525 Peso am Tag oder 13.693,75 Peso im Monat, rund 189,10 Euro oder 178,20 Franken.
Das sind Untergrenzen, keine Marktpreise, und nichts hindert dich daran, mehr zu zahlen. Mit welchen Spannen Haushalte tatsächlich planen, steht in den Lebenshaltungskosten für Davao City.
Ein Haushalt ist ein kleiner Arbeitgeber
Hilfe im Haus fühlt sich leicht wie eine Frage des Lebensstils an. Rechtlich ist sie ein Arbeitsverhältnis, und auf den Philippinen ist ein Arbeitsverhältnis bis in Ruhezeiten und Urlaubstage geregelt.
Die gute Nachricht: Es richtig zu machen ist weder kompliziert noch teuer. Wisse, welches Gesetz für welche Person gilt, zahle mindestens die richtige Untergrenze, halte es schriftlich fest und melde an, was angemeldet werden muss. Das macht auch das Verhältnis leichter, wenn Erwartungen aus der Familie dazukommen, und die kommen, wie der Beitrag darüber zeigt, was eine philippinische Familie von dir erwartet.
Willst du die Unterlagen für einen neuen Haushalt von Anfang an richtig aufsetzen, gehört das zu unseren Leistungen.
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