17. September 2026
Rentenerhöhung Juli 2026: was die 4,24 Prozent aus Deutschland auf den Philippinen wert sind

Seit dem 1. Juli 2026 gibt es mehr Rente aus Deutschland. 4,24 Prozent, in West und Ost gleich, für jede gesetzliche Rente, auch für die, die auf ein Konto in Davao fließt.
Die Frage, die sich auf den Philippinen stellt, ist allerdings eine andere als in Deutschland. Dort geht es um Euro. Hier geht es darum, was davon in Peso ankommt, was es gegen die Preise vor Ort ausrichtet und was das deutsche Finanzamt davon behält. Die Antworten auf alle drei Fragen sind genauer, als die meisten Rentner annehmen.
Was genau beschlossen wurde
Das Bundeskabinett hat die Anpassung am 29. April 2026 beschlossen. Laut Deutscher Rentenversicherung steigt der aktuelle Rentenwert von 40,79 auf 42,52 Euro. Das ist der Betrag, den ein Entgeltpunkt im Monat wert ist, und er bestimmt die Höhe jeder gesetzlichen Rente.
Rechtsgrundlage ist die Rentenwertbestimmungsverordnung 2026 vom 16. Juni 2026, verkündet im Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 178. Ihr erster Paragraf ist ein einziger Satz: Der aktuelle Rentenwert beträgt ab dem 1. Juli 2026 42,52 Euro.
Für einen sogenannten Standardrentner, also jemanden mit Durchschnittsverdienst und 45 Beitragsjahren, rechnet die DRV mit 77,85 Euro mehr im Monat. Rechnerisch steigt diese Standardrente damit von 1.835,55 auf 1.913,40 Euro brutto.
Wann das Geld auf dem Konto ist
Nicht jeder bekam das Plus zum selben Termin. Wer seit April 2004 oder später Rente bezieht, wird am Monatsende bezahlt. Die erhöhte Rente kam in diesem Fall erstmals Ende Juli. Wer bis März 2004 in Rente gegangen ist, bekommt im Voraus, die Juli-Rente also schon Ende Juni.
Die Überweisung läuft automatisch über den Renten Service der Deutschen Post. Über die neue Höhe informiert die Rentenanpassungsmitteilung, die zwischen Mitte Juni und Ende Juli verschickt wurde. Wenn du sie auf den Philippinen noch nicht gesehen hast, lohnt sich die Nachfrage, denn sie ist dein Beleg für den neuen Betrag.
Was in Peso ankommt
Jetzt der Teil, der für ein Leben in Davao zählt. Die Rente wird in Euro festgesetzt, aber du gibst Peso aus. Also entscheidet neben der Anpassung der Wechselkurs.
Der Referenzkurs der Europäischen Zentralbank lag am 1. Juli 2025 bei 66,525 Peso je Euro. Am 17. September 2026 lag er bei 72,006 Peso.
Für die Standardrente ergibt das:
- •Vor der Anpassung, umgerechnet zum Kurs vom 1. Juli 2025: 1.835,55 Euro zu 66,525, rund 122.110 Peso brutto im Monat.
- •Nach der Anpassung, umgerechnet zum Kurs vom 17. September 2026: 1.913,40 Euro zu 72,006, rund 137.776 Peso brutto im Monat.
Das sind in Peso knapp 13 Prozent mehr, rund dreimal so viel wie die 4,24 Prozent Rentenanpassung. Den größeren Teil davon hat nicht die Rentenversicherung geliefert, sondern der Euro, der gegenüber dem Peso zugelegt hat. Allein die 77,85 Euro Erhöhung sind zum Kurs vom 17. September rund 5.606 Peso im Monat.
Zwei Einschränkungen gehören dazu. Der EZB-Referenzkurs ist nicht dein Kurs. Deine Bank oder dein Überweisungsdienst rechnet mit einem eigenen Kurs und eigenen Gebühren. Und ein Wechselkurs kann in beide Richtungen laufen. Was der Euro in einem Jahr gewonnen hat, kann er im nächsten wieder abgeben. Plane dein Budget deshalb nie mit dem besten Kurs des Jahres.
Was die Preise vor Ort damit machen
Die andere Seite der Rechnung sind die Kosten in Davao. Sie steigen ebenfalls, nur nicht gleichmäßig.
Das deutlichste Beispiel dieses Jahres ist der Strom. Laut einem Bericht der Stadt Davao stieg der Haushaltstarif von Davao Light von 9,71 Peso je Kilowattstunde im Dezember 2025 auf 13,09 Peso im Abrechnungszeitraum 11. Juli bis 10. August 2026. Wer viel mit Klimaanlage lebt, spürt das stärker als jede Rentenanpassung.
Miete, Lebensmittel und Transport entwickeln sich anders. Echte Zahlen dazu stehen in unserem Beitrag zu den Lebenshaltungskosten in Davao City. Die ehrliche Zusammenfassung: Die 4,24 Prozent allein sind kein Kaufkraftgewinn. Der Wechselkurs hat in diesem Jahr mehr bewegt, und einzelne Posten wie Strom haben mehr aufgefressen, als die Anpassung bringt.
Was Deutschland von der Erhöhung besteuert
Hier liegt der Punkt, den viele Rentner auf den Philippinen falsch einschätzen.
Die gesetzliche Rente bleibt in Deutschland steuerpflichtig, auch wenn du auf den Philippinen lebst. Das steht in Artikel 18 Absatz 2 des Doppelbesteuerungsabkommens vom 9. September 2013: Bezüge aus der gesetzlichen Sozialversicherung des anderen Staates können nur in diesem anderen Staat besteuert werden. Für deine DRV-Rente heißt das: nur Deutschland. Die Philippinen haben auf diese Rente kein Besteuerungsrecht.
Innerhalb Deutschlands bist du damit beschränkt steuerpflichtig. Die DRV-Rente zählt nach § 49 Abs. 1 Nr. 7 EStG zu den inländischen Einkünften. Zuständig ist zentral das Finanzamt Neubrandenburg, das für alle gilt, die im Ausland leben und aus Deutschland nur Renten beziehen.
Drei Regeln bestimmen, was das für die Erhöhung bedeutet.
Erstens wird die Erhöhung voll besteuert. Nach § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchstabe a Doppelbuchstabe aa EStG wird im Jahr nach Rentenbeginn ein steuerfreier Teil festgeschrieben, der für die gesamte Laufzeit gilt. Regelmäßige Anpassungen führen ausdrücklich nicht zu einer Neuberechnung. Der steuerfreie Betrag wächst also nicht mit, und jeder Euro der Anpassung ist in voller Höhe steuerpflichtig. Für die Standardrente sind das 2026 sechs Monate zu 77,85 Euro, also 467,10 Euro zusätzlich, ab 2027 das Doppelte.
Zweitens fehlt dir der Grundfreibetrag. Der Grundfreibetrag liegt 2026 laut § 32a EStG bei 12.348 Euro. Bei beschränkt Steuerpflichtigen wird das zu versteuernde Einkommen nach § 50 Abs. 1 EStG aber um genau diesen Betrag erhöht. Im Ergebnis wird die Rente vom ersten steuerpflichtigen Euro an besteuert. Deshalb kann eine Rente, die bei Wohnsitz in Deutschland unter dem Grundfreibetrag bliebe, bei Wohnsitz auf den Philippinen Steuer auslösen.
Drittens gibt es einen Antrag, der das ändern kann. Nach § 1 Abs. 3 EStG wirst du auf Antrag wie ein unbeschränkt Steuerpflichtiger behandelt, wenn mindestens 90 Prozent deiner Einkünfte der deutschen Steuer unterliegen oder deine übrigen Einkünfte den Grundfreibetrag nicht übersteigen, wobei dieser Betrag je nach Wohnsitzstaat gekürzt werden kann. Wer außer der DRV-Rente kaum andere Einkünfte hat, sollte das prüfen lassen. Das Gesetz verlangt dafür eine Bescheinigung der ausländischen Steuerbehörde über die übrigen Einkünfte, auf den Philippinen also vom Bureau of Internal Revenue.
Wie das Ergebnis für dich aussieht, hängt vom Jahr deines Rentenbeginns, von deinen anderen Einkünften und vom Antrag ab. Die Grundlagen je Rentenart haben wir im Beitrag Die Rente auf den Philippinen: was das Abkommen wirklich sagt zusammengestellt, das Abkommen selbst auf der Seite zum DBA Deutschland-Philippinen.
Betriebsrente und Beamtenpension laufen anders
Die Anpassung vom 1. Juli betrifft nur die gesetzliche Rente. Für andere Renten gilt eine andere Zuordnung, und die sollte man nicht verwechseln.
Nach Artikel 18 Absatz 1 des Abkommens können Ruhegehälter und Renten aus Deutschland, die eine auf den Philippinen ansässige Person erhält, grundsätzlich nur auf den Philippinen besteuert werden. Das betrifft etwa Betriebsrenten und private Renten. Ausgenommen ist nach Artikel 19 Absatz 2 der öffentliche Dienst, also Beamtenpensionen, für die eigene Regeln gelten. Die gesetzliche Rente ist über Absatz 2 ausdrücklich aus dieser Regel herausgenommen.
Die Rente als Visumsnachweis
Ein Punkt hat mit Steuern gar nichts zu tun, kann aber durch die Erhöhung relevant werden. Die Philippine Retirement Authority verlangt für das SRRV Classic als Rentner einen Nachweis über eine lebenslange Rente von mindestens 800 US-Dollar im Monat, mit Angehörigen 1.000 US-Dollar. Wer das nachweist, hinterlegt eine niedrigere Visumseinlage: ab 50 Jahren 15.000 statt 30.000 US-Dollar, zwischen 40 und 49 Jahren 25.000 statt 50.000 US-Dollar.
Zum EZB-Referenzkurs vom 17. September 2026 von 1,1481 Dollar je Euro entsprechen 800 US-Dollar rund 697 Euro. Wer mit einer kleinen Rente knapp unter dieser Marke lag, sollte mit der neuen Rentenanpassungsmitteilung nachrechnen. Alles Weitere zum Visum steht auf unserer SRRV-Seite.
Österreich: andere Anpassung, gleiche Logik
Wer eine Pension aus Österreich bezieht, hatte seine Erhöhung schon zum Jahresbeginn. Das Pensionsanpassungsgesetz 2026, BGBl. I Nr. 72/2025, hat in § 814 ASVG eine Sonderregel für 2026 geschaffen: Das Gesamtpensionseinkommen stieg bis 2.500 Euro im Monat um 2,7 Prozent, darüber um einen festen Betrag von 67,50 Euro. Maßgeblich ist die Summe aller gesetzlichen Pensionen einer Person.
Steuerlich folgt Österreich derselben Logik wie Deutschland. Nach Artikel 18 Absatz 2 des Abkommens mit den Philippinen, BGBl. Nr. 107/1982, dürfen Ruhegehälter aus der gesetzlichen Sozialversicherung eines Vertragsstaats nur in diesem Staat besteuert werden. Die ASVG-Pension bleibt also in Österreich steuerpflichtig, auch wenn du in Davao lebst. Wie Österreich sie bei Wohnsitz im Ausland im Einzelnen besteuert, gehört in die Einzelberechnung.
Für Österreich gilt dasselbe Prinzip. Weist das Abkommen das Besteuerungsrecht für deine Pension den Philippinen zu, stellt die Pensionsversicherungsanstalt sie in Österreich steuerfrei, sobald du das Formular ZS-QU1 vorlegst: eine Ansässigkeitsbescheinigung, die die philippinische Steuerbehörde bestätigt. Ein TRC ist dafür keine Voraussetzung.
Schweiz: keine Pauschalantwort
Für die Schweiz sieht es anders aus, und zwar grundlegend.
Die AHV-Altersrente liegt laut Merkblatt 3.01, Stand 1. Januar 2026, bei voller Beitragsdauer zwischen 1.260 und 2.520 Franken im Monat. Neu ist die 13. AHV-Rente: Laut Informationsstelle AHV/IV wird sie erstmals im Dezember 2026 zusammen mit der Dezember-Rente ausbezahlt, in Höhe eines Zwölftels der im Jahr bezogenen Altersrenten, ohne Antrag, und nur für Altersrenten. Ergänzungsleistungen gibt es bei Wohnsitz im Ausland laut Merkblatt nicht, und für Rentnerinnen und Rentner im Ausland ist die Schweizerische Ausgleichskasse die Anlaufstelle.
Beim Steuerrecht trägt die deutsche Logik nicht. Das Abkommen zwischen der Schweiz und den Philippinen regelt in Artikel 18 nur Ruhegehälter für frühere unselbständige Arbeit, die dem Wohnsitzstaat zugewiesen werden. Einen Absatz zur gesetzlichen Sozialversicherung gibt es nicht, und das Protokoll hält fest, dass Einkünfte, die das Abkommen nicht behandelt, sich ausschließlich nach dem internen Recht beider Staaten richten. Wie AHV und Säule 3a in deinem Fall besteuert werden, lässt sich deshalb nicht aus dem Abkommenstext allein ablesen. Das gehört in eine Einzelberechnung.
Was du jetzt tun solltest
Lies deine Rentenanpassungsmitteilung. Sie nennt den neuen Bruttobetrag und den Zahltermin und ist der Beleg für alles Weitere.
Rechne dein Budget in Peso neu, aber vorsichtig. Nimm den Kurs, den deine Bank dir tatsächlich gibt, und lass Luft für einen schwächeren Euro.
Plane die Steuer mit ein. Die Erhöhung ist voll steuerpflichtig, ein Grundfreibetrag fehlt dir ohne Antrag. Prüfe, ob sich der Antrag nach § 1 Abs. 3 EStG lohnt, und besorg rechtzeitig die Bescheinigung des Bureau of Internal Revenue.
Die Deutsche Botschaft in Manila verweist für die Besteuerung von Renten im Ausland auf das Finanzamt Neubrandenburg. Es prüft anhand deiner Steuererklärung und unter Anwendung des Doppelbesteuerungsabkommens, ob und wie viel Steuer in Deutschland anfällt. Von einem TRC ist dabei keine Rede. Deine jährliche Lebensbescheinigung kann laut Botschaft auch dein Barangay bestätigen.
Denk an die Krankenversicherung. Für Rentner im Ausland ist sie mindestens so wichtig wie die Steuer. Was beim Wegzug mit deinem Schutz passiert, steht in unserem Beitrag zur Krankenversicherung.
Den Gesamtüberblick über Rente, Visum und Kosten findest du auf unserer Seite für Rentner auf den Philippinen.
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