Mexiko ist das Ziel mit der größten deutschsprachigen Bewegung in Lateinamerika, und die Gründe liegen auf der Hand: Kultur, Küche, Klima, eine gewachsene Auswanderergemeinde und ein Aufenthaltsrecht, das mit nachgewiesenem Einkommen zuverlässig funktioniert.
Steuerlich ist die Sache dagegen schnell erzählt. Mexiko besteuert steuerlich Ansässige auf ihr weltweites Einkommen, mit progressiven Sätzen bis in eine Größenordnung, die deutschem Niveau nahekommt. Wer die Philippinen mit Mexiko vergleicht, vergleicht ein Territorialsystem mit einem Welteinkommenssystem, und dieser Vergleich hat nur ein Ergebnis.
Philippinen oder Mexiko: der Vergleich im Überblick
| Philippinen | Mexiko | |
|---|---|---|
| Steuer auf Auslandseinkommen | Steuerfrei als Resident Alien | **Weltweites Einkommen ist steuerpflichtig**, progressiv bis in hohe Sätze |
| Residency-Programm | SRRV ab 40, Deposit ab 10.000 USD, unbefristet | Residencia temporal über Einkommens- oder Vermögensnachweis, nach einigen Jahren dauerhaft; **Schwellen variieren je Konsulat** |
| Lebenshaltungskosten | Davao komfortabel ab rund 1.450 Euro im Monat | Regional sehr verschieden, beliebte Orte stark verteuert |
| Banking & CRS | Konten machbar, kein CRS-Austausch | Konten für Ansässige machbar, **CRS-Teilnehmer** |
| Währung | Peso, weich | Mexikanischer Peso, zuletzt vergleichsweise fest |
| Immobilien | Condo ja, Land nein | Volleigentum möglich, in Küsten- und Grenznähe **nur über eine Treuhandkonstruktion** |
| DBA mit Deutschland | Ja (DBA 2013, anwendbar ab 2016): § 2 AStG läuft leer | Ja, aber es schützt nicht vor mexikanischer Welteinkommensbesteuerung |
| Anbindung | Davao mit einem Umstieg, rund einen Tag unterwegs | **Direktflüge nach Frankfurt**, rund zwölf Stunden |
| Gesundheit | Gute Privatkliniken in Davao, Singapur in Reichweite | Gute Privatkliniken in den großen Städten, außerhalb ungleichmäßig |
Hervorgehobene Zelle: die stärkere Option der Zeile. Regeln ändern sich laufend: vor einer Entscheidung aktuellen Stand prüfen.
Wo Mexiko gewinnt, ehrlich
Die Anbindung ist die beste in Lateinamerika. Direktflüge nach Frankfurt, dazu ein dichtes Netz in die USA. Wer Familie in Europa oder Nordamerika hat, kommt von Mexiko aus schneller hin als von fast jedem anderen Ziel dieser Reihe.
Die kulturelle Tiefe ist ein eigenes Argument. Mexiko hat eine Küche, eine Musik und eine Geschichte, die den Alltag füllen. Für viele ist das der eigentliche Grund, und es ist ein guter.
Das Aufenthaltsrecht funktioniert zuverlässig, wenn du die Einkommens- oder Vermögensnachweise erbringst, und führt nach einigen Jahren in einen dauerhaften Status.
Und die Auswahl ist riesig. Vom Hochland in San Miguel de Allende über die Karibikküste bis zur Pazifikseite: Mexiko bietet Klimazonen und Lebensformen, zwischen denen man wählen kann, ohne das Land zu wechseln.
Wo die Philippinen gewinnen
Die Welteinkommensbesteuerung entscheidet den Vergleich. Wer in Mexiko steuerlich ansässig wird, ist dort mit allem steuerpflichtig, was er weltweit verdient. Deine deutsche Rente, dein Depot in Frankfurt, dein Honorar aus der Schweiz: alles im Netz, mit progressiven Sätzen.
Auf den Philippinen liegt ausländisches Einkommen eines Resident Alien außerhalb des Steuernetzes, nicht als Vergünstigung, sondern weil das System territorial gebaut ist. Für jemanden, der wegen der Steuerlogik auswandert, ist das der ganze Unterschied.
Die Immobilienlage ist komplizierter, als sie aussieht. In Küsten- und Grenznähe, also genau dort, wo die meisten Zugezogenen wohnen wollen, ist direktes Eigentum für Ausländer nicht möglich; es läuft über eine Treuhandkonstruktion bei einer Bank. Das funktioniert seit Jahrzehnten, kostet aber laufend Gebühren und ist eine Konstruktion, kein Eigentum im deutschen Sinn.
Und die Sicherheitslage ist regional sehr unterschiedlich. Es gibt ruhige Regionen, in denen der Alltag entspannt ist, und es gibt Regionen, die man meidet. Diese Differenzierung ist beherrschbar, sie verlangt aber eine sorgfältige Ortswahl, während in Davao die Stadt als Ganzes funktioniert.
Die deutsche Steuerbrille: das Abkommen ändert die Richtung nicht
Deutschland und Mexiko haben ein Doppelbesteuerungsabkommen, und es tut, was solche Abkommen tun: Es verhindert die doppelte Vollbelastung und ordnet die Besteuerungsrechte.
Was es nicht tut, ist deine Steuerlast beseitigen. Als in Mexiko Ansässiger zahlst du mexikanische Steuer auf dein weltweites Einkommen. Das Abkommen sorgt dafür, dass Deutschland dir nicht zusätzlich in voller Höhe zugreift, aber am Ende steht eine Steuerlast, und sie ist nicht klein.
Auf den Philippinen steht am Ende für ausländische Einkünfte keine. Das ist der Unterschied zwischen einem Abkommen, das eine Doppelbelastung verhindert, und einem System, in dem die Belastung gar nicht erst entsteht.
Zur erweiterten beschränkten Steuerpflicht nach § 2 AStG: Sie setzt eine niedrige Besteuerung im Zielland voraus. Mexiko ist keine, die Norm ist dort also kein Thema. Beim philippinischen Abkommen von 2013 stellt sich die Frage zwar, sie läuft aber praktisch leer, weil das Abkommen keine Vorbehaltsklausel zugunsten Deutschlands enthält und Deutschland für die zugewiesenen Einkünfte kein Besteuerungsrecht behält.
Für Rentner: Beim philippinischen Abkommen bleibt die gesetzliche Rente dauerhaft in Deutschland steuerpflichtig, Betriebsrente und private Vorsorge gehen an den Wohnsitzstaat und bleiben unbesteuert. In Mexiko greift auf die letzten beiden die mexikanische Progression zu.
Für Österreicher und Schweizer: § 2 AStG betrifft dich nicht, die mexikanische Welteinkommensbesteuerung schon. Die LATAM-Tiefe für alle drei Länder liegt bei Vida Libre Plan.
Die Zeitzone, die deinen Tag umdreht
Zwischen Mexiko und Mitteleuropa liegen sieben bis acht Stunden, und zwar in der unangenehmen Richtung.
Mexiko liegt hinter Europa. Wenn in Frankfurt der Arbeitstag endet, beginnt in Mexiko-Stadt der Vormittag. Für Termine mit deutschen Beratern, Banken oder Behörden heißt das: Du musst früh aufstehen, sehr früh, oder du erreichst niemanden mehr.
Die Philippinen liegen vor Europa, sechs bis sieben Stunden. Dein Nachmittag ist der europäische Vormittag. Du kannst in Ruhe frühstücken, arbeiten und ab dem frühen Nachmittag alles erledigen, was Kontakt nach Hause braucht.
Für einen Ruheständler ohne Termine ist das gleichgültig. Für jeden, der noch mit Europa arbeitet, ist es der Unterschied zwischen einem Arbeitstag, der zu deinem Leben passt, und einem, der um sechs Uhr morgens beginnt.
Und für Familienkontakt gilt dasselbe. Ein Videoanruf zu den Enkeln geht von Davao am frühen Abend, zu ihrem Nachmittag. Von Mexiko aus fällt er in deinen Vormittag oder in ihre Nacht.
Für wen Mexiko trotzdem gewinnt
- •Dein Leben spielt in den Amerikas, und Familie in Nordamerika oder Europa muss schnell erreichbar sein.
- •Kultur, Küche und Sprache sind dein Hauptgrund für den Umzug, nicht die Steuer.
- •Dein Einkommen ist klein genug, dass die Progression dich kaum trifft.
- •Du willst zwischen vielen Klimazonen und Orten wählen, ohne das Land zu wechseln.
- •Du sprichst Spanisch oder willst es lernen, und das ist dir mehr wert als Englisch im Behördenkontakt.
Das erste Jahr, praktisch
Der mexikanische Weg beginnt nicht in Mexiko, sondern in einem Konsulat, und das ist die erste Überraschung.
Die Residencia temporal wird im Ausland beantragt, bei einem mexikanischen Konsulat, und die geforderten Einkommens- oder Vermögensnachweise werden dort festgelegt. Das heißt in der Praxis: Die Schwelle unterscheidet sich je nach Konsulat, und sie ändert sich, ohne dass es angekündigt wird. Wer beim einen Konsulat abgelehnt wird, kann beim anderen durchkommen, und beides ist rechtmäßig.
Danach folgt der Umtausch im Land, mit Fristen, die eingehalten werden müssen, und einer Behörde, die Termine knapp vergibt. Wer den Umtausch versäumt, beginnt von vorn, inklusive Ausreise.
Und ab der steuerlichen Ansässigkeit folgt die Erklärungspflicht auf das Welteinkommen, mit einer Buchführung, die jemand vor Ort machen muss.
Auf den Philippinen läuft das Verfahren im Land, in einer festen Reihenfolge, mit einer Behörde, die dasselbe Produkt seit Jahrzehnten bearbeitet. Und die Erklärungspflicht für ausländische Einkünfte entfällt, weil diese Einkünfte nicht steuerbar sind. Der Unterschied im ersten Jahr ist nicht der Aufwand des Antrags, sondern alles, was danach jährlich wiederkommt.
Drei Fragen, die den Vergleich für dich entscheiden
War Steuern der Grund? Dann ist Mexiko die falsche Antwort. Welteinkommensbesteuerung ist keine Stellschraube, sondern die Grundlogik, und ein Abkommen dreht sie nicht um.
Wo lebt deine Familie? Für jemanden mit Kindern in Nordamerika ist Mexiko unschlagbar. Für jemanden mit Familie in Europa ist der Vorteil kleiner, als er aussieht, weil die Zeitzone gegen dich arbeitet.
Arbeitest du noch mit Europa? Sieben bis acht Stunden hinter Mitteleuropa heißt: Termine am sehr frühen Morgen oder gar nicht. Davao liegt vor Europa, dein Nachmittag ist dort der Vormittag.
Mexiko gewinnt bei Kultur, Auswahl und Nähe zu den Amerikas. Es verliert bei allem, was mit Steuern und mit europäischen Arbeitszeiten zu tun hat, und diese beiden Punkte sind für die meisten der Grund, überhaupt auszuwandern.
Das Urteil
Mexiko ist ein großartiges Land zum Leben und ein schlechtes zum Steuern sparen. Die Welteinkommensbesteuerung ist kein Detail, das sich gestalten lässt, sondern die Grundlogik des Systems, und kein Abkommen dreht sie um.
Wähle Mexiko, wenn du wegen der Kultur und der Nähe zu den Amerikas gehst und die Steuer als Preis akzeptierst. Wähle die Philippinen, wenn die Steuerlogik der Grund war. Wer beides gleichzeitig will, sollte wissen, dass Mexiko es nicht liefert.
Häufige Fragen
Besteuert Mexiko wirklich mein deutsches Depot?
Wer dort steuerlich ansässig ist, ist grundsätzlich mit dem weltweiten Einkommen steuerpflichtig, also auch mit ausländischen Kapitalerträgen. Das Abkommen verhindert die doppelte Vollbelastung, macht die Einkünfte aber nicht steuerfrei. Auf den Philippinen fallen sie gar nicht erst ins Netz, siehe Steuerteil.
Kann ich in Mexiko am Strand ein Haus kaufen?
In Küsten- und Grenznähe nicht direkt, sondern über eine Treuhandkonstruktion bei einer Bank. Das funktioniert seit Jahrzehnten, kostet aber laufend Gebühren und ist kein Eigentum im deutschen Sinn. Auf den Philippinen ist die Eigentumswohnung zugänglich, Land nicht.
Wie hoch sind die Einkommensnachweise für die Residencia temporal?
Sie richten sich nach Einkommen oder Vermögen und werden vom jeweiligen Konsulat festgelegt, weshalb sie in der Praxis variieren. Der maßgebliche Wert ist der des Konsulats, bei dem du beantragst. Das SRRV arbeitet stattdessen mit Mindestalter und Einlage.
Ist Mexiko sicher?
Regional sehr unterschiedlich: es gibt ruhige Gegenden mit entspanntem Alltag und Regionen, die man meidet. Die Ortswahl entscheidet mehr als in jedem anderen Land dieser Reihe. Wie das Thema in Davao aussieht, steht im Sicherheitsbeitrag.
Warum unterscheiden sich die mexikanischen Einkommensschwellen?
Weil die Residencia temporal im Konsulat beantragt wird und die Nachweise dort festgelegt werden. Maßgeblich ist das Konsulat, bei dem du beantragst, und die Werte ändern sich ohne Ankündigung. Das SRRV arbeitet stattdessen mit Mindestalter und einer festen Einlage.

